Durchschlafstörungen:
Ursachen, Mängel und hormonelle Faktoren
Einschlafen ist oft kein Problem, doch nachts wachen Sie plötzlich auf und finden stundenlang keine Ruhe mehr? Durchschlafstörungen sind weit verbreitet und können auf spezifische Nährstoffmängel oder ein hormonelles Ungleichgewicht hindeuten. Erfahren Sie hier evidenzbasiert, was Ihrem Körper fehlen könnte und warum Hormone wie Cortisol oder Melatonin oft die nächtlichen Ruhestörer sind.
Was sind Durchschlafstörungen?
Im Gegensatz zu Einschlafstörungen (wenn man lange wach liegt, bis der Schlaf kommt) zeichnen sich Durchschlafstörungen dadurch aus, dass der Schlafzyklus unterbrochen wird. Betroffene wachen oft zu spezifischen Zeiten auf (z.B. gegen 3 Uhr morgens) und können nicht wieder einschlafen. Einen allgemeinen Überblick zu den Hintergründen finden Sie in unserem Artikel über Ursachen von Schlafstörungen.
Häufige Ursachen von Durchschlafstörungen
Wenn Sie sich fragen: "Was sind die ursachen für durchschlafstörungen in der nacht?", liegen oft folgende Faktoren vor:
- Stress und Psyche: Nächtliches Grübeln aktiviert das Nervensystem.
- Alkohol: Ein "Schlaftrunk" hilft zwar beim Einschlafen, stört aber massiv die zweite Nachthälfte und führt zu Aufwachreaktionen.
- Umgebung: Lärmquellen oder eine zu warme Raumtemperatur (>18°C).
- Medikamente: Wie in unserem Artikel zu Krankheiten und Medikamenten beschrieben, können z.B. Betablocker die Melatoninproduktion hemmen.
Nährstoffmängel: Welche Vitamine und Mineralstoffe eine Rolle spielen können
"Was fehlt dem Körper bei Durchschlafstörungen?" ist eine zentrale Frage. Ein Mangel an Mikronährstoffen kann das Nervensystem überreizen oder die Hormonproduktion stören.
Magnesium
Magnesium entspannt die Muskulatur und beruhigt das Nervensystem. Ein Mangel führt oft zu innerer Unruhe und nächtlichen Wadenkrämpfen, die einen aus dem Schlaf reißen.
Vitamin D
Viele Menschen fragen: "Welches Vitamin fehlt bei Durchschlafstörungen?" Vitamin D spielt eine Schlüsselrolle in den Hirnarealen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und schlechter Schlafqualität.
Eisen (Ferritin)
Ein Eisenmangel kann zum Restless-Legs-Syndrom führen, einem unkontrollierbaren Bewegungsdrang der Beine, der das Durchschlafen unmöglich macht.
B-Vitamine (B6, B12)
Vitamin B6 ist ein Co-Faktor bei der Umwandlung der Aminosäure Tryptophan in Serotonin und schließlich in das Schlafhormon Melatonin. Fehlt es, gerät die Hormonproduktion ins Stocken.
Hormonelle Ursachen
Unser Schlaf wird maßgeblich von Hormonen gesteuert. Gerät dieses feine Gleichgewicht ins Wanken, sind Durchschlafstörungen oft die erste Folge.
Melatonin: Das Schlafhormon
"Welches Hormon fehlt bei Durchschlafstörungen?" Meist ist es Melatonin. Mit zunehmendem Alter oder durch zu viel künstliches Licht (Blaulicht) am Abend produziert der Körper weniger davon, was den Schlaf oberflächlicher macht.
Cortisol: Das Stresshormon
Normalerweise sinkt der Cortisolspiegel nachts ab. Bei chronischem Stress bleibt er jedoch hoch oder steigt in den frühen Morgenstunden zu früh an (oft gegen 3 oder 4 Uhr). Das Ergebnis: Sie wachen hellwach auf und das Herz klopft.
Schilddrüse
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) beschleunigt den Stoffwechsel und führt zu Herzrasen und innerer Unruhe, was das Durchschlafen verhindert. Eine Unterfunktion kann hingegen zu Tagesmüdigkeit führen.
Sexualhormone (Wechseljahre & Männer)
Bei Frauen führen sinkende Östrogen- und Progesteronspiegel in den Wechseljahren oft zu Hitzewallungen und Schlafstörungen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber über Schlafprobleme in den Wechseljahren.
Was sind die Ursachen für Schlafstörungen bei Männern? Auch bei Männern sinkt im Alter der Testosteronspiegel, was den Schlaf beeinträchtigen kann. Häufiger ist jedoch die Nykturie (nächtlicher Harndrang) durch eine vergrößerte Prostata, die Männer zwingt, nachts mehrfach aufzustehen.
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen?
Wenn Sie über einen Monat hinweg mehrmals pro Woche nicht durchschlafen können und sich tagsüber beeinträchtigt fühlen, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Ein Blutbild kann Aufschluss über mögliche Mängel (Eisen, Vitamin D, Schilddrüsenwerte) geben. Erfahren Sie mehr über professionelle Behandlungsmöglichkeiten bei Schlafstörungen.
Erste Schritte zur Besserung
- Blutbild prüfen lassen: Klären Sie den Status von Ferritin, Vitamin D und B12.
- Stressmanagement: Senken Sie Ihren Cortisolspiegel durch Entspannungstechniken vor dem Bett.
- Schlafhygiene: Dunkeln Sie das Zimmer komplett ab, um die Melatoninproduktion zu fördern.
Häufige Fragen zu Mängeln und Hormonen
Welcher Mangel verursacht Durchschlafstörungen?
Häufig fehlen Magnesium (Muskelentspannung), Vitamin D (Schlafrhythmus) oder Eisen (unruhige Beine). Auch ein Mangel an B-Vitaminen kann die Hormonproduktion stören.
Welches Hormon fehlt bei Durchschlafstörungen?
Meist handelt es sich um einen Mangel an Melatonin (Schlafhormon). Gegenspieler ist oft ein Überschuss an Cortisol (Stresshormon), der nachts wach macht.
Warum habe ich Durchschlafstörungen?
Die Gründe sind individuell: Von Stress und psychischer Belastung über unerkannte Krankheiten (Schilddrüse, Apnoe) bis hin zu Vitaminmängeln oder hormonellen Umstellungen.
Was sind Ursachen für Schlafstörungen bei Männern?
Neben Stress spielen oft eine vergrößerte Prostata (nächtlicher Harndrang) oder ein sinkender Testosteronspiegel eine Rolle. Auch Schlafapnoe tritt bei Männern häufiger auf.